tanzfanti
 Alpfanti saltans
(Tanzfanti oder Schreifanti)
pfeil

Großes haben unsere Vorfahren geleistet, als sie die Welt der Berge als ihren Lebensraum erschlossen, prächtige Almen zeugen noch heute davon. Doch in den berechtigten Stolz auf unsere Altvorderen mischt sich auch ein wenig Kritik. So soll es unter den Menschen schon damals recht skrupellose Gesellen gegeben haben, die nicht einmal vor der allergrößten Gemeinheit, dem Missbrauch von Alpfantis als Tanzelefanten zurückschreckten. Angeblich wurden Tanzfantis unter dem Gejohle der rohen Menschenmassen auf Jahrmärkten vorgeführt. Zugegeben, es gibt keinerlei schriftliche und auch so gut wie keine mündlichen Überlieferungen, welche die Existenz von Tanzfantis in früheren Jahrhunderten belegen könnten. Es wäre also ein Leichtes, jene schlimmen Berichte über Tanzfanti als bösartige Gerüchte abzutun, wäre da nicht dieser einmalige Fund aus jüngster Zeit. Auf einer hier nicht näher bezeichneten Alm fand man vor wenigen Jahren eine kleine Porzellanfigur nicht genau zu bestimmenden Alters. Die Figur (siehe Foto) zeigt ohne jeden Zweifel einen im Tanze vorgeführten Alpfanti, dessen Abbild manchem Kunstunsachverständigen wie eine versteinerte Version von Edvard Munchs "Der Schrei" erscheint.

©kame, 2008